Guides

Lauchmotte

Lauchmotte - Blomea.at

Die lauchmotte (Acrolepiopsis assectella) gehört zu den häufigsten Schädlingen im Lauchanbau und befällt ebenso andere Pflanzen aus der Familie der Zwiebelgewächse. Nicht der Falter selbst richtet den Schaden an, sondern seine blassgrünen Larven, die sich zunächst von außen durch das Blatt fressen und sich dann tief in den Stängel des Lauchs bohren. Bei starkem Befall kann die lauchmotte den Ertrag deutlich mindern.

Hier findest du einen Überblick, wann die lauchmotte aktiv ist, woran du einen Befall erkennst und welche Maßnahmen im Gemüsegarten wirklich helfen, die lauchmotte fernzuhalten.

Was ist die lauchmotte?

Die lauchmotte ist ein kleiner, nachtaktiver Falter von etwa 6–7 mm Länge, der bräunlich gefärbt ist und kleine helle Muster auf den Flügeln zeigt. Die Eiablage erfolgt einzeln auf den Blättern von Lauch und anderen Zwiebelgewächsen. Nach dem Schlüpfen bohren sich die grünlichen Raupen durch die Blattoberhaut und hinterlassen helle, durchscheinende Fraßfenster im Blatt. Später wandern sie tiefer in den Stängel, wo man sie kaum noch entdecken kann.

Die Larven werden 8–10 mm lang und verpuppen sich nach zwei bis drei Wochen Fraßtätigkeit. Ein einzelner Lauch steckt einen leichten Befall meistens gut weg. Befällt aber eine größere Zahl von Larven denselben Stängel, wird dieser oft weich und bräunlich im Inneren – dann taugt die Pflanze nicht mehr für die Küche.

Wann ist die lauchmotte aktiv?

Die lauchmotte entwickelt im Jahr meist zwei Generationen, ihre Aktivität zieht sich über weite Teile des Sommers. Ausgewachsene Falter überwintern geschützt und erscheinen, sobald es im Frühjahr wärmer wird.

  • Die erste Flugphase liegt üblicherweise zwischen Mitte Mai und Juni. Dann legen die Weibchen ihre Eier an den jungen Lauchpflanzen ab. Die Raupen schlüpfen nach etwa einer Woche und beginnen sogleich mit dem Blattfraß.
  • Die zweite Flugphase ist meist im Juli und August. Hier treten die massiven Schäden besonders häufig auf. In warmen, trockenen Sommern kann die Flugzeit sich bis in den Spätsommer hinziehen.

Da die lauchmotte überwiegend nachts fliegt, bekommst du sie selbst nur selten zu Gesicht. Die Fraßspuren der Larven erkennt man dagegen sehr schnell, sobald die Blattentwicklung beginnt.

Woran erkennt man einen Befall durch lauchmotte?

Die Fraßschäden der lauchmotte werden oft erst sichtbar, wenn die Raupen sich schon gut im Lauch eingenistet haben. Typische Anzeichen sind:

  • Helle, durchsichtige Fenster oder Streifen in den Blättern
  • Kleine Löcher, die wie punktuelle Fraßstellen aussehen
  • Kleine grüne Raupen, die man im Blattinneren oder an der Blattunterseite entdecken kann
  • Schlaff herabhängende, gelbgrüne Blattspitzen
  • Bräunliche Kotspuren im Stängel, vor allem später im Sommer

Bei starkem Befall im Spätsommer können die Stängel so stark beschädigt sein, dass sie von innen zu faulen beginnen. Deshalb solltest du deine Lauchpflanzen während der warmen Jahreszeit am besten einmal pro Woche kontrollieren.

Wie beugst du der lauchmotte vor?

Sobald die Larven erst einmal im Stängel oder Blatt sitzen, ist eine Bekämpfung kaum noch möglich. Effektiver ist es, die Eiablage der Falter von Anfang an zu verhindern und dadurch einen Befall abzuwehren.

Du reduzierst das Risiko eines Befalls, indem du:

  • Dein Beet ab Mitte Mai und während der ganzen Saison mit Insektennetz oder Vlies abdeckst
  • Lauchpflanzen möglichst weit weg von Stellen setzt, an denen im Vorjahr bereits Lauch oder andere Zwiebelgewächse standen
  • Alle überwinternden Lauchpflanzen spätestens bis zum 1. April aus dem Beet entfernst, damit die ersten Falter dort keine Eier ablegen können
  • Lauch zusammen mit Möhren anbaust – der gemischte Geruch kann einzelne Falter von der Eiablage abhalten
  • Für die gesamte Familie der Zwiebelgewächse eine Fruchtfolge von mindestens vier Jahren einhältst
  • Befallene Blätter sofort abpflückst und im Hausmüll (nicht auf dem Kompost!) entsorgst

Das Insektennetz ist die zuverlässigste Vorbeugung gegen die lauchmotte. Es muss direkt zu Saisonbeginn möglichst eng und bodenschließend über die Pflanzen gelegt werden, damit keine Falter darunter kriechen können. Kontrolliere das Netz regelmäßig auf Löcher, vor allem nach Sturm oder Starkregen.

Was tun, wenn deine Lauchpflanzen schon befallen sind?

Ist der Lauch bereits von lauchmotte befallen, lässt sich der entstandene Schaden nur selten ganz ungeschehen machen. Bei leichtem Befall kannst du die Pflanzen noch retten, sind aber die Stängel bereits stark angegriffen, solltest du diese besser entfernen und im Restmüll entsorgen.

Das kannst du bei einem Befall unternehmen:

  • Abgefressene oder beschädigte Blattspitzen abschneiden oder abknicken und entfernen
  • Sichtbare Raupen im Blattinneren vorsichtig herauslesen
  • Ein netz über die verbliebenen gesunden Pflanzen legen, damit die nächste Generation keine Eier mehr ablegen kann
  • Lauch lieber etwas früher ernten als geplant, solange die Stängel innen noch gesund sind

Treten Jahr für Jahr immer wieder Probleme mit der lauchmotte auf, empfiehlt es sich, den Lauch auf ein neues Beet umzusetzen und für mindestens 3–4 Jahre eine Lauch- und Zwiebelpause auf der bisherigen Fläche einzuhalten.

Mehr zum Thema Fruchtfolge findest du in unserem Ratgeber über Fruchtwechsel.

Mehr Tipps rund um den Lauch

Noch mehr Infos zum Anbau und der Pflege von Lauch erhältst du in unserer Lauch-Anbauanleitung.

Weitere hilfreiche Ratgeber-Themen für deinen Gemüseanbau:

Suchst du frisches Saatgut für die nächste Saison? Dann schau dir unsere große Auswahl an biosamen für Lauch direkt hier an.

Vorherige
Porree krankheiten
Nächste
Porree lagern