Wenig schmeckt besser als ein frisch geernteter Porree, der am selben Tag noch aus dem Beet geholt und direkt in der Suppe oder in der Pfanne verarbeitet wird.
Porree ist außerdem ein großartiges Gemüse für den eigenen Gemüsegarten, da er den ganzen Herbst und bis weit in den Winter hinein geerntet werden kann. Insbesondere Wintersorten sind so robust, dass sie sogar Frost überstehen und nach Bedarf laufend geerntet werden können. Allerdings benötigt Porree eine lange Vegetationszeit von etwa 4 bis 6 Monaten – darum sollte man früh loslegen und die Pflanzen während der Saison regelmäßig pflegen und mit Nährstoffen versorgen.
In dieser Anleitung findest du einen Überblick über den gesamten Anbau von Porree: vom ersten Samen beim Vorziehen bis hin zu Pflege, Ernte und Lagerung. An den passenden Stellen verlinken wir auf detailliertere Anleitungen, wenn du tiefer in einzelne Themen rund ums porree pflanzen einsteigen möchtest.
Wo kann man Porree anbauen?
Porree lässt sich leicht ins Gemüsebeet integrieren, da er relativ schmal wächst und sich gut zwischen andere Kulturen, wie zum Beispiel Möhren, setzen lässt. Entscheidend ist, dass der Boden tiefgründig, locker und nährstoffreich ist, damit der Stängel gerade nach unten wachsen und schön lang und weiß werden kann.
- Im Freiland gedeiht Porree an sonnigen Standorten ebenso wie im lichten Halbschatten – am besten in tiefgründiger, gut durchlässiger Erde, die mit Kompost verbessert wurde.
- Im Hochbeet wächst Porree oft sehr gut, sofern mindestens 25–30 cm Erde unter den Pflanzen vorhanden sind, damit ihre langen Wurzeln Platz finden.
- Auch in großen Pflanzkübeln und Balkonkästen ab etwa 30 cm Tiefe kannst du auf einer sonnigen Terrasse eine kleine Portion Porree anbauen.
- Im Gewächshaus lässt sich die Saison durch eine frühe Auspflanzung von vorgezogenen Pflanzen zeitig beginnen.
Porree gehört wie Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch zur Familie der Lauchgewächse und teilt sich daher auch typische Krankheiten und Schädlinge. Fruchtfolge ist deswegen besonders wichtig: Baue Porree möglichst nicht an Standorten, auf denen in den letzten 3–4 Jahren Zwiebelgewächse gestanden haben.
Der richtige Start für deinen Porree
Porree ist eine zweijährige Pflanze mit langer Kulturzeit. Daher empfiehlt es sich fast immer, Porree schon im Haus vorzuziehen. So bekommen die Pflanzen ein paar Wochen Vorsprung und können früh kräftige Stängel bilden, bevor es ins Beet geht.
Die Aussaat erfolgt in der Regel:
- Drinnen zur Voranzucht ab Februar bis März
- Direktsaat ins Beet ab Ende April bis Anfang Mai
- Ausgepflanzt als vorgezogene Jungpflanze ab Mitte Mai bis Mitte Juni
Die Methode ist recht einfach: Du porree säen die Samen dünn in eine Saatschale oder kleine Topfplatten, hältst das Substrat gleichmäßig feucht und stellst sie hell und warm auf.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du in unserer Anleitung zur Voranzucht von Porree hier.
Saattiefe und Auspflanzung von Porree
Porree sollte ausreichend Platz haben, damit jede Pflanze einen langen, weißen Stängel bilden kann. Stehen sie zu eng, entwickeln die Pflanzen nur dünne, blasse Stängel; zu viel Abstand verschwendet hingegen Platz im Beet.
Sobald der Boden erwärmt ist und keine Gefahr stärkerer Nachtfröste mehr besteht – meist ab Mitte Mai – können Porreepflanzen an einen sonnigen oder halbschattigen Platz ins Beet gesetzt werden. Wähle am besten einen tiefgründigen, lockeren und gut mit Kompost versorgten Boden, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen können.
So kommen die Pflanzen in die Erde:
- Bei Direktsaat werden die Samen 0,5–1 cm tief in eine Saatrille gelegt und nach dem Auflaufen später vereinzelt.
- Vorgezogene Pflanzen setzt du in etwa 10–15 cm tiefe Pflanzlöcher, damit der Stängel schön lang und weiß wird.
- Kürze vor dem Auspflanzen vorsichtig die Wurzelenden sowie die Blattspitzen, damit die Pflanze ihre Kraft in die Wurzelbildung steckt und nicht zu viel Blattmasse erhalten muss.
- Lass das Pflanzloch nach dem Auspflanzen zunächst offen und fülle es nach und nach mit Erde auf, während der Stängel wächst.
- Gieße nach dem Setzen großzügig, damit sich die Erde gut um die Wurzeln schmiegt.
Das tiefe Pflanzloch ist der entscheidende Kniff für kräftigen, langen Lauch, denn damit bleibt ein beträchtlicher Teil der Pflanze von Anfang an vor Licht geschützt. Pflanze den Porree mit 10–15 cm Abstand zwischen den Pflanzen und 30–50 cm zwischen den Reihen – so haben die Pflanzen genug Platz, um sich zu entwickeln.
Ausführlichere Infos zur Pflanzdichte und Beetplanung findest du in unserem Guide zur Pflanzabstand für Porree hier.
Pflege während der ganzen Saison
Wenn die Pflanzen draußen stehen, geht es beim lauch anbauen vor allem um regelmäßige Pflege. Porree wächst recht langsam und baut über viele Wochen und Monate zunehmend Masse auf. Wasser, Nährstoffe und ausreichend Luft um den Stängel machen meist den Unterschied, ob du kräftigen oder dünnen Lauch erhältst.
Wir empfehlen dir auch unsere weiteren Beiträge zur optimalen Pflege von Porree anzusehen, damit deine Pflanzen bestens versorgt sind:
- Porree gießen – Gleichmäßige Bodenfeuchte, besonders in langen Trockenphasen
-
Porree düngen – Über die gesamte Saison verteilt, sparsam mit Nährstoffen versorgen
-
Porree lagern – Entweder gefroren oder im Kühlschrank
Porree anhäufeln
Eine Besonderheit beim Porree ist das regelmäßige Anhäufeln. Erst dadurch bildet sich der typische, lange, weiße Stängel – das sogenannte Bleichen des Porrees.
Sobald deine Lauchstängel etwa 15–20 cm hoch sind, kannst du beginnen, Erde nach und nach rund um den Stängel anzuhäufeln, während die Pflanze weiter wächst. So bleibt das Licht von der unteren Pflanzenpartie fern und der Stängel entwickelt seinen milden Geschmack. Häufle etwa alle 2–3 Wochen über den Sommer Erde bis zu 10–15 cm am Stängel auf.
Anstelle von Erde kannst du auch Stroh, Kompost oder eine dunkle Gartenfolie nutzen. Diese Alternativen erleichtern das Arbeiten während Trockenperioden und erzielen den gleichen Effekt.
Typische Probleme beim Porreeanbau
Auch bei guter Pflege können beim Porreeanbau Probleme auftreten. Viele Schwierigkeiten entstehen, wenn die Pflanze unter Trockenheit, schlechter Fruchtfolge oder der Nähe von Schädlingen leidet.
- Orangefarbene, pudrige Flecken auf den Blättern deuten auf Porreerost (eine typische Krankheit) hin
- Helle Fraßspuren und Löcher auf den Blättern können ein Indiz für den Lauchmotte sein
- Dünne, blasse Stängel resultieren häufig aus Nährstoffmangel oder zu dichter Pflanzung
- Porree treibt plötzlich einen harten Blütenstängel – das nennt man wenn Porree schießt
- Weiche, faulende Stängel am Bodenansatz, meist durch dauerhaft nassen Boden oder Weißfäule ausgelöst
Wann ist Porree erntereif?
Porree wird je nach Sorte über einen längeren Zeitraum geerntet. Sommerporree ist typischerweise ab Ende August bis Oktober erntereif; winterfester Porree bleibt bis zum Frühling draußen und kann von Oktober bis März geerntet werden.
Ein Porree ist meist dann erntereif, wenn:
- Der Stängel 2–4 cm dick und 20–30 cm hoch ist
- Der weiße Bereich schön lang und fest ist
- Die Blätter sattgrün und kräftig wirken
Zum Ausgraben verwendest du am besten eine Grabegabel oder kleine Handschaufel, um das Erdreich rund um den Porree zu lockern. Beim simplen Herausziehen reißt der Stängel sonst oft ab und ein Teil des weißen Schafts bleibt stecken. Wenn du im Spätherbst Stroh oder eine Abdeckfolie auslegst, kannst du deinen Winterporree auch bei leichtem Bodenfrost problemlos weiter ernten.
Mehr Tipps zu Erntezeitpunkt und Technik findest du in unserem Artikel zum Thema Porree ernten hier.
Bereit, eigenen Porree zu pflanzen?
Porree pflanzen braucht Zeit und etwas regelmäßige Pflege im Sommer – aber das Ergebnis ist ein Gemüse, das über viele Monate frisch im Garten steht. Mit nährstoffreichem Boden, regelmäßigem Anhäufeln und gleichmäßiger Bewässerung gelingt auch Anfängern eine lange, stabile Lauch-Saison.
Falls du noch neue Samen für die nächste Saison brauchst, findest du bei uns eine Auswahl an biosamen und aromatischen Porreesamen hier.
