Die meisten bohnenkrankheiten entstehen entweder durch zu nasse Erde oder zu feuchte Luft zwischen den Pflanzen. Bohnensorten sind eigentlich robuste Kulturen – wenn etwas schiefgeht, liegt es meist an ungünstigen Bedingungen rund um die Pflanze und nicht an der Pflanze selbst. Auch der gefürchtete bohnenrost hat hier oft seine Ursache.
Hier findest du einen Überblick über die häufigsten Krankheiten und Schädlinge an Bohnen, wie du sie erkennst und was du dagegen tun kannst. Bewässerung und Düngung spielen bei fast allen Problemen eine Rolle – lies dazu gern auch unsere Anleitungen zur Bewässerung von Bohnen und Düngung von Bohnen.
Pilzkrankheiten bei Bohnen
Pilzkrankheiten treten meist auf, wenn die Blätter längere Zeit feucht sind – das passiert typischerweise ab Hochsommer. Hier ein Überblick über die verbreitetsten Erkrankungen bei Bohnenpflanzen:
- Bohnenrost: Kleine orange- bis rostfarbene Pusteln auf der Blattunterseite, oft gegen Ende der Saison. Die Infektion kann zwar heftig aussehen, mindert aber normalerweise den Ertrag kaum, wenn sie erst spät im Jahr auftritt. Entferne stark befallene Blätter und entsorge sie im Restmüll, nicht auf dem Kompost.
- Bohnenblattflecken: Braune Flecken mit hellerer oder gelblich-grüner Umrandung, sowohl auf Blättern als auch an den Hülsen. An den Hülsen sind die Flecken oft etwas eingesunken. Die Krankheit kann mit dem Saatgut übertragen werden – lagere daher keine Samen von befallenen Pflanzen ein.
- Grauschimmel: Ein graubrauner, flockiger Belag an Stängeln, welken Blütenresten und Hülsen. Grauschimmel tritt vor allem in kühlen, feuchten Sommern auf und beginnt meist an verblühten Pflanzenteilen. Entferne regelmäßig welke Blüten und befallene Hülsen.
- Schokoladenfleckenkrankheit: Rotbraune Flecken, die vor allem Ackerbohnen befallen.
Allen Pilzkrankheiten ist gemeinsam, dass Licht und Luftbewegung die besten Voraussetzungen für gesunde Pflanzen schaffen. Halte ausreichend Pflanzabstand, stütze Stangenbohnen gut ab und gieße morgens direkt an den Wurzelbereich statt über das Laub.
Wurzelfäule und wenn Bohnen einfach nicht wachsen
Das häufigste Problem bei Bohnen tritt sogar noch vor dem Keimen auf. Werden die Bohnensamen in kalte, nasse Erde ausgesät, werden sie häufig von bodenbürtigen Pilzen befallen – die Keimlinge faulen ab oder bleiben direkt nach dem Durchbrechen der Erde stehen.
Typische Symptome sind Lücken in der Reihe, in denen nie eine Pflanze kommt, oder sehr kümmerliche Keimlinge mit dunklen, eingeschnürten Stängeln am Boden. Bereits erkrankte Pflanzen lassen sich leider nicht retten.
Die Vorbeugung ist hier relativ einfach: Warte mit der Aussaat, bis die Erde mindestens 10 °C, besser 12–15 °C erreicht hat, und halte sie in den ersten Wochen gleichmäßig feucht, aber nie nass. Wenn du schwere Böden hast, empfiehlt sich das Vorziehen von Bohnen – das erhöht die Erfolgsquote deutlich.
Typische Schädlinge an Bohnenpflanzen
Bohnen werden von wenigen, aber typischen Schädlingen heimgesucht, die meist jedes Jahr etwa zur gleichen Zeit auftreten.
- Schwarze Blattläuse: Sitzen ab Juni oft massenhaft an den frischen Triebspitzen. Sie hemmen das Wachstum, Blätter kräuseln sich. Knipse die Triebspitzen rechtzeitig aus, sobald du Läuse bemerkst – sie bevorzugen das zarte Neuaustrieb.
- Schnecken: Frisch gekeimte Bohnen sind eine absolute Delikatesse für Schnecken. Besonders die ersten zwei bis drei Wochen der Kultur sind kritisch – eine Schneckenfalle oder ein Ring aus Schneckenkorn kann beachtlich helfen.
- Vögel: Nehmen gern die frisch gelegten Samen und die ersten Keimlinge auf dem Beet auf. Ein Vogelschutznetz für die ersten Wochen verhindert dies zuverlässig.
- Bohnenkäfer: Diese werden häufig erst beim eingelagerte Saatgut entdeckt, wenn kleine, runde Löcher darin zu sehen sind. Friere deine Bohnensamen für mindestens 24 Stunden ein, falls du schon einmal einen Befall hattest.
So beugst du Problemen im Bohnenbeet vor
Die meisten Krankheiten und Schädlingsprobleme kannst du durch ein paar gute Gewohnheiten während der Saison vermeiden:
- Halte drei bis vier Jahre Anbaupause ein, bevor im gleichen Beet wieder Bohnen oder Erbsen wachsen.
- Säe nie in kalte Erde aus und dünge sparsam mit Stickstoff. Weiche, überdüngte Pflanzen sind anfälliger für Pilzkrankheiten und Läuse.
- Gib den Pflanzen den empfohlenen Pflanzabstand für Bohnen, damit Luft zirkulieren kann.
- Entferne im Herbst alle alten Pflanzenreste aus dem Beet – viele Pilze überwintern darin.
Mehr Tipps zur Pflege und Kultivierung von Bohnen findest du in unserem Ratgeber zur Bohnenanzucht hier.
Noch mehr Bohnenwissen für deinen Garten
Möchtest du noch tiefer ins Bohnen-Thema einsteigen, findest du hier weitere passende Ratgeber von uns:
- Bohnen stäben
- Bohnen ernten
- Bohnen lagern
- Feuerbohnen anbauen
- Stangenbohnen anbauen
- Ackerbohnen aussäen
- Buschbohnen anbauen
- Edamame anbauen
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